• Die Vertretung für pflegende Angehörige

Die meisten Pflegebedürftigen in Deutschland werden von ihren Angehörigen gepflegt. Häusliche Pflege kann eine Vollzeitbeschäftigung sein und von Zeit zu Zeit brauchen Angehörige eine Auszeit – zum Beispiel, wenn sie selbst krank sind oder einfach Kraft tanken wollen. Für solche Fälle gibt es die Verhinderungspflege.

Voraussetzungen

Alle Pflegebedürftige mit den Pflegegraden 2,3,4 und 5 haben einen Anspruch auf Verhinderungspflege. Allerdings nur, wenn sie seit mindestens sechs Monaten von einem Angehörigen gepflegt werden und dieser vorübergehend verhindert ist. Pflegebedürftige mit dem Pflegegrad 1 haben keinen Anspruch auf Verhinderungspflege. Betroffene können den Entlastungsbetrag für die Verhinderungspflege einsetzten.

Welche Leistungen können erbracht werden?

Pflegebedürftige, die privat gepflegt werden, haben für bis zu 42 Tage im Jahr Anspruch auf Verhinderungspflege. Diese springt vertretungsweise ein, sollte die private Pflegeperson die Pflege vorübergehend nicht aufrecht erhalten können. Dies kann zum Beispiel der Fall sein, wenn die Pflegeperson selbst krank wird und sich auskurieren muss. Aber auch dringende oder kurzfristige Termine, Erledigungen oder einfach das Bedürfnis nach Erholung und etwas Zeit für sich sind gute Gründe, sich als pflegender Angehöriger zeitweise vertreten zu lassen.

Ihre Erstattungsansprüche

Der Anspruch besteht für max. 42 Tage pro Kalenderjahr

Während der Verhinderungspflege wird das Pflegegeld zur Hälfte weiter ausgezahlt

Kurzzeit- und Verhinderungspflege können kombiniert werden

Die Vertretungsperson kann grundsätzlich alle Leistungen übernehmen, die zur Grundpflege oder zur hauswirtschaftlichen Unterstützung gehören. Medizinische Behandlungspflege ist von der Verhinderungspflege allerdings ausgenommen, da diese in jedem Fall von einem Arzt verordnet und von einer examinierten Pflegefachkraft durchgeführt werden muss. Verhinderungspflege ist nicht nur dann möglich, wenn schon im Voraus absehbar ist, dass eine Vertretung notwendig werden wird, sondern auch, wenn kurzfristig jemand ausfällt. Es ist nicht zwingend notwendig Verhinderungspflege im Voraus zu beantragen. Die Formalitäten zum Kostenausgleich können auch noch im Nachhinein erledigt werden. Belege und Nachweise sollten aber in jedem Fall aufgehoben werden.

Durch wen erfolgt die Verhinderungspflege?

Pflegende Angehörige können sich sowohl durch andere private Pflegepersonen, wie Freunde, Kinder oder Ehepartner, aber auch durch professionelles Pflegepersonal vertreten lassen. Für den Anspruch auf Zuzahlung durch die Pflegekasse ist jedoch zu beachten, dass eine private Vertretungsperson mit dem Pflegebedürftigen bis zum zweiten Grad verwandt sein muss. Auch nicht verwandte Personen, die mit dem Pflegebedürftigen zusammenleben, können die Vertretung übernehmen. Wenn all diese Optionen nicht in Frage kommen, ist es auch möglich einen professionellen Pflegedienst zu beauftragen, um sich durch diesen vertreten zu lassen.

Kombinieren Sie die verschiedenen Angebote

Grundsätzlich kann Verhinderungspflege für maximal sechs Wochen, bzw. 42 Tage im Jahr in Anspruch genommen werden. Diese können sowohl komplett am Stück als auch in Teilabschnitten von Tagen, Wochen oder auch nur Stunden in Anspruch genommen werden. Dafür stellt die Pflegekasse maximal 1.612 € pro Kalenderjahr zur Verfügung. Es ist allerdings möglich einen Teil der Mittel, die für die eventuelle Inanspruchnahme von Kurzzeitpflege gedacht sind, heranzuziehen. Maximal die Hälfte des noch nicht genutzten Betrages für Kurzzeitpflege kann für die Finanzierung der Verhinderungspflege genutzt werden. Somit erhöht sich der maximale Betrag auf insgesamt 2.418 €.