• Stationäre Pflege

Der Überblick

Die meisten Menschen möchten so lange wie möglich in den eigenen vier Wänden leben. Wenn der Pflegefall eintritt und eine Pflege zu Hause, durch Angehörige oder einen ambulanten Pflegedienst, nicht (mehr) gewährleistet ist, gibt es die Möglichkeit Pflegebedürftige stationär betreuen zu lassen.

Die verschiedenen Formen der stationären Pflege

Eine klare Trennung der traditionellen Formen stationärer Betreuung liegt heutzutage nicht mehr vor. Stattdessen bieten moderne Pflegeeinrichtungen eine Kombination verschiedener Betreuungs- und Pflegeansätze an.

Eine häufige Form der stationären Pflege ist neben dem Altenpflegeheim zum Beispiel das sogenannte Betreute Wohnen. In der stationären Pflege kann eine Rund-um-die-Uhr-Betreuung gewährleistet werden, was aber nicht bedeutet, dass die Bewohner einer stationären Einrichtung ihre Eigenständigkeit aufgeben müssen. Viele Einrichtungen ermöglichen den Bewohnern ein eigenständiges Leben in einem gesicherten Rahmen. Pflegerische Betreuungs- und Versorgungsangebote können hierbei jederzeit wahrgenommen werden.

Kosten der Pflege in einer stationären Einrichtung

Wenn ein Pflegebedürftiger, oder dessen Angehörige, sich für die vollstationäre Pflege in einer entsprechenden Einrichtung entschließen, überprüft der Medizinische Dienst der Krankenkversicherung (MDK) in der Regel, ob eine stationäre Versorgung objektiv erforderlich ist. Wenn allerdings bereits eine Pflegestufe III vorliegt entfällt dieser Vorgang.

Sachleistungsbeträge

Pflegestufe I: 1.064 Euro

Pflegestufe II: 1.330 Euro

Pflegestufe III: 1.612 Euro

Härtefall: 1.995 Euro

Je nach Einstufung durch den MDK hat der Versicherte Anspruch auf Sachleistungsbeträge in unterschiedlicher Höhe (für die Behandlungspflege, die häusliche Betreuung und für hauswirtschaftliche Hilfe). Die monatlichen Kosten, die für die Betreuung in einer stationären Pflegeeinrichtung anfallen, setzen sich allerdings noch aus weiteren Faktoren zusammen und übersteigen die Leistungen, die Pflegebedürftige von der Pflegekasse erhalten. Für einen Teil der Pflege muss der Versicherte also selbst aufkommen. Auch, wenn alle Zuschussmöglichkeiten in vollem Umfang genutzt werden können, ist die stationäre Pflege für den Versicherten nicht kostenfrei – die Pflegekasse übernimmt laut Gesetz (§43 SGB XI) nie mehr als 75% der Gesamtkosten.

Freie Arztwahl auch bei vollstationärer Pflege

Viele stationäre Pflegeeinrichtungen kooperieren mit Ärzten, Apotheken oder medizinischen Versorgungszentren, um die Versorgung durch einen Haus-, Fach- oder Zahnarzt sicherzustellen. Zudem können Pflegeeinrichtungen auch eigene Mediziner beschäftigen. Die Pflegeheime sind verpflichtet den Pflegekassen mitzuteilen, welche Kooperationen bestehen und wie die medizinische Versorgung organisiert ist.

Trotz der Bereitstellung der medizinischen Versorgung durch die Pflegeeinrichtung bleibt der Anspruch auf freie Arztwahl unberührt. Kein Bewohner einer Pflegeeinrichtung ist an bestehende Kooperationen gebunden.

Nützliche Informationen

Wenn Sie mehr zur stationären Pflege erfahren möchten, stehen Ihnen auf der Webseite des Bundesministeriums für Gesundheit objektive und aktuelle Informationen zur Verfügung.