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Palliativpflege – Begleitung durch den letzten Lebensabschnitt

Was ist Palliativpflege?

Unter Palliativpflege versteht man die Versorgung und Begleitung schwerstkranker und sterbender Menschen, durch die letzte Phase ihres Lebens bis zum Tod. Ziel der Palliativpflege ist es, den letzten Lebensabschnitt für Betroffene so angenehm wie möglich zu gestalten und Lebensqualität und Selbstbestimmtheit zu erhalten. Expliziter Bestandteil der Palliativpflege ist außerdem auch die Begleitung und Unterstützung von Angehörigen. Um eine umfassende Versorgung zu ermöglichen, greifen Pflege und Medizin eng ineinander. Die Palliativmedizin konzentriert sich vor allem auf die Bereitstellung einer angemessenen Schmerztherapie, um Leiden zu vermeiden. Ihre Arbeit endet mit dem Tod des Patienten. Die Palliativpflege ergänzt diese Leistung und hilft, mit dem eigenen Gesundheitszustand im Alltag zurecht zu kommen. Hier geht die Arbeit noch über den Tod eines Menschen hinaus. Angehörige werden auch in der Folgezeit betreut und durch die Trauerphase begleitet.

Eine angemessene palliative Versorgung steht jedem zu, unabhängig davon, ob sich ein Sterbender in einem Krankenhaus, einem Pflegeheim, einem Hospiz oder im eigenen Heim befindet.

Gesetz zur Verbesserung der Hospiz-und Palliativversorgung

Um deutschlandweit die Hospizkultur zu stärken und die Hospiz- und Palliativversorgung zu verbessern, wurde im Zuge der Pflegereform ein entsprechendes Gesetz verabschiedet. Es ist seit 2016 in Kraft und muss binnen des Kalenderjahres vollständig umgesetzt werden.

Erfahren Sie hier mehr über die Inhalte des Gesetzes:

  • Die Palliativversorgung wird ausdrücklicher Bestandteil der Regelversorgung der gesetzlichen Krankenkassen sowie der sozialen Pflegeversicherung. Jeder Versicherte hat damit einen Anspruch auf Palliativversorgung.
  • Palliative Pflegeleistungen werden für Pflegedienste abrechenbar gemacht. Dadurch wird die Palliativversorgung im Rahmen der häuslichen Krankenpflege gestärkt.
  • Um den besonderen Anforderungen ländlicher Regionen gerecht zu werden und die Bereitstellung entsprechender Pflege auf dem Land zu beschleunigen, wird ein spezielles Schiedsverfahren für entsprechende Versorgungsanträge eingeführt.
  • Die finanzielle Ausstattung von stationären Kinder- und Erwachsenen-Hospizen wird ausgebaut. Der Mindestzuschuss, den Krankenkassen zu übernehmen verpflichtet sind, wird auf 95% erhöht.
  • Auch die finanzielle Ausstattung von ambulanten Hospizdiensten wird ausgebaut. Hospizdienste erhalten dadurch mehr Spielraum und können eine intensivere Sterbe- und Trauerbegleitung leisten. Die ambulante Hospizarbeit in Pflegeheimen wird gestärkt und auch Krankenhäuser können nun Sterbebegleitung für Patienten in Auftrag geben.
  • Die Beratung, die in Pflegeheimen zum Thema Hospiz-und Palliativversorgung zu leisten ist, wird ausgebaut und von den Krankenkassen finanziert.
  • Jeder Versicherte erhält einen Anspruch auf individuelle Beratung und Hilfestellung zum Thema Hospiz- und Palliativversorgung. Dies hilft nicht nur im Umgang mit akuten Fällen, sondern dient auch der persönlichen Vorsorge, wie etwa durch Patientenverfügungen oder ähnliche Maßnahmen.
  • Der Spitzenverband der gesetzlichen Kranken-und Pflegekassen (GKV) erhält den Auftrag regelmäßig über die verschiedenen Versorgungsangebote zu berichten. Auf diese Weise wird mehr Transparenz geschaffen.

Pflege zu Hause

Die meisten Menschen möchten ihre letzten Tage zu Hause verbringen. Bereits seit 2007 hat jeder Todkranke sogar einen gesetzlichen Anspruch auf entsprechende palliative Maßnahmen in den eigenen vier Wänden. Oftmals pflegen Angehörige den Sterbenden so gut sie können. Fachliche Unterstützung bei dieser Aufgabe bieten zum einen ambulante Pflegedienste mit Palliativpflegekräften (also Pflegekräfte mit einer gesonderten Zusatzausbildung im Bereich der Sterbehilfe). Zum anderen können auch die Dienste von spezialisierten ambulanten palliativen Anbietern, von sogenannten Palliative-Care-Teams, in Anspruch genommen werden. Diese helfen vor allem bei der Koordination der verschiedenen Anforderungsbereiche der Palliativpflege und bestehen aus Ärzten, Krankenpflegern, Sozialarbeitern, Therapeuten, Seelsorgern und zugelassenen ehrenamtlichen Helfern.

Pflege im Heim

Ob und in welchem Umfang in Pflegeheimen Palliativpflege angeboten wird, ist, je nach Konzept des Heims, von Einrichtung zu Einrichtung unterschiedlich. Die Möglichkeiten für Pflegeheime und auch Krankenhäuser, sich besser auf die Begleitung Sterbender einzustellen wurden durch die Pflegereform allerdings weiter gestärkt. Durch die Schulung des eigenen Personals, wie beispielsweise durch Zusatzausbildungen, oder durch die Einbeziehung von Fachkräften wird die Palliativpflege, vor allem ergänzend zum medizinischen Aspekt, in Krankenhäusern und Pflegeheimen stetig ausgebaut und angepasst.

Pflege im Hospiz

Hospize nehmen in der Palliativpflege eine gesonderte Stellung ein. Sie  sind auf die Versorgung todkranker Menschen spezialisiert. Dies umfasst nicht nur die medizinische Versorgung, sondern auch die psychische und spirituelle Begleitung. Außerdem erstreckt sich der Hospizgedanke auch auf die Angehörigen von Patienten. Neben stationären Hospizen gibt es die Möglichkeit die Hilfe von ambulanten Hospizdiensten in Anspruch zu nehmen. Auch vermeintliche Kleinigkeiten, wie Spaziergänge oder Plaudereien, können durch hospizliche Helfer übernommen werden. Sowohl stationäre Hospize, als auch ambulante Hospizdienste, unterscheiden sich wesentlich von Krankenhäusern, Pflegeheimen und Pflegediensten. Eine „Krankenhaus-Atmosphäre“ wird bewusst vermieden, es geht nicht mehr ums Heilen und auch nicht darum, das Leben um jeden Preis zu verlängern. Ziel ist es die Lebensqualität im letzten Lebensabschnitt zu erhalten. Die Maßnahmen, die diesem Ziel dienen, werden sehr individuell auf den Sterbenden angepasst – persönliches Wohlbefinden steht über medizinischer Sinnhaftigkeit.

Kostenübernahme

Die Inanspruchnahme palliativer Versorgung durch ambulante oder stationäre (Hospiz-) Dienste ist für Versicherte kostenfrei. Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen 95% der anfallenden Kosten. Die übrigen 5% trägt der jeweile Hospizdienst, finanziert vor allem durch Spenden und ehrenamtliches Engagement. Auch Beratung Unterstützung und die Inanspruchnahme von ehrenamtlichen Helfern für Sterbende und ihre Angehörigen sind kostenfrei.

Lesen Sie selbst

Wenn Sie sich detaillierter über die einzelnen Bereiche der Palliativpflege informieren möchten, empfiehlt Ihnen die PflegeBox der Webseite des Bundesministeriums für Gesundheit einen Besuch abzustatten.