• Pflege für Menschen mit Behinderung

Pflege im eigenen Heim

Pflege trifft nicht nur altersschwache Menschen im Bereich der Altenpflege. Auch Kinder, die mit Behinderung geboren werden, sind von Geburt an pflegebedürftig. Oder junge, aktive Menschen, die von einem Tag auf den anderen durch einen Unfall oder eine Krankheit zu einem Pflegefall werden, sind unabhängig vom Alter betroffen.

Begriff Pflegebedürftigkeit

Pflegebedürftig sind alle Personen, die fremde Hilfe in hohem Maße aufgrund einer körperlichen, geistigen oder seelischen Krankheit oder Behinderung bei der Ernährung, der Mobilität, der Körperpflege und der hauswirtschaftlichen Versorgung benötigen. 

Oft wird für die Pflege dieser die Hilfe pflegender Angehöriger in Anspruch genommen. Letztere machen einen Großteil des deutschen Pflegepersonals aus. Viele der behinderten Menschen wünschen sich trotz ihrer Behinderung ein selbstbestimmtes Leben im eigenen Heim zu führen. Die Pflege zuhause kann auf den pflegenden Angehörigen erst einmal überwältigend wirken. Oftmals sind Familienmitglieder nicht in der Pflege geschult und müssen sich in ihrer neuen Aufgabe als Pfleger zurechtfinden. Um beim Einstieg zu helfen, bieten ambulante Pflegedienste Beratungskurse an. Zudem gibt es Selbsthilfegruppen, in denen man seine Erfahrungen austauschen kann und Urlaubsanspruch oder Reha-Angebote. Doch in die Pflege fließt nicht nur Zeit und Arbeit, Kosten gehen auch mit ihr einher: die Pflegehilfsmittel müssen besorgt werden, das Haus muss gegebenenfalls barrierefrei umgestaltet werden, ein Beruf wurde eventuell aufgegeben. Finanzielle Unterstützung leistet die Pflegekasse nach Einstufung eines Pflegegrades.

Hilfe außerhalb finden

Sich selbst um die Pflege eines Familienmitglieds mit Behinderung zu kümmern, ist nicht für alle eine Möglichkeit und kann neben Beruf und Familie zu Doppel- oder Dreifachbelastung führen. Je nach Grad der Behinderung kann die Pflege für einen Angehörigen sehr umfangreich sein und ist somit nicht mit dem Beruf zu vereinen, überfordert mit der Zeit die Angehörigen oder die Pflegenden werden selbst älter, erkranken oder sterben. Falls es innerhalb der Familie niemanden gibt, der die Pflege übernimmt, ist es an der Zeit, die Verantwortung an Dritte abzugeben. Dies ist kein leichter Schritt. Den richtigen Pflegedienst ohne Vorkenntnisse in der Pflegebranche zu finden, erschwert die Suche nach einem vertrauenswürdigen Dienst. Um den pflegenden Angehörigen zu helfen, hat der MDK, der Medizinische Dienst der Krankenversicherung, die sogenannte Pflegenote eingeführt. Diese ist für jeden Pflegedienst verpflichtend und bewertet ihn, um die Qualität der Dienste zu gewährleisten und eine Transparenz zu geben. Dies erleichtert die Orientierung und den Vergleich für Angehörige.

Die richtige Pflegeform für jeden Bedarf

Nach der Wahl eines Pflegedienstes, bleibt noch die Wahl der richtigen Pflegeform. Die verschiedenen Pflegedienste bieten unterschiedliche Leistungen an und sind eine gute Ergänzung oder gar Alternative bei der Pflege von Menschen mit Behinderung. Durch ihre Unterstützung helfen sie pflegebedürftigen Menschen trotz ihrer Einschränkungen ein möglichst selbstbestimmtes und menschenwürdiges Leben zu führen. Durch ihr Angebot und ihre Hilfe nehmen sie zudem den pflegenden Angehörigen Arbeit ab und entlasten diese.

Geboten werden:

  • hauswirtschaftliche Unterstützung

  • Begleit- und Fahrdienste

  • Mahlzeitendienste

  • Betreuung im Studium und im Beruf

  • pflegerische Hilfen

Die Dauer des Einsatzes variiert von einigen Stunden am Tag bis zu einer 24-Stunden-Betreuung. Vor allem diese Möglichkeiten können Menschen mit Behinderung wahrnehmen:

  • Eine weitere Möglichkeit ist es Menschen mit Behinderung wochentags in einer Einrichtung unterzubringen und sie nur am Wochenende zu Hause zu pflegen. So erfahren die Menschen eine umfassende Betreuung in Gesellschaft anderer.

  • Behinderte Menschen können tagsüber eine Betreuung in Förderstätten erfahren. In dieser Zeit haben pflegende Angehörige Zeit für Besorgungen oder einen Job neben der Pflege.

  • Eine professionelle Betreuung ist auch bei einer Unterbringung im Pflegeheim gegeben, bei der die behinderten Menschen rund um die Uhr betreut werden und in Einzel- oder Mehrbettzimmern wohnen.