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PFLEGEGRAD 5

IHRE ANSPRÜCHE UND LEISTUNGEN IM ÜBERBLICK

Pflegegrad 5 erhalten Personen, die nachweislich unter „schwersten Beeinträchtigungen der Selbstständigkeit“ leiden. Pflegebox informiert Sie über alle Geldleistungen, die damit verknüpft sind.

Kurz und Knapp

Pflegegrad 5 erhalten Personen, die im Begutachtungsverfahren des MDK eine Punktzahl zwischen 90 und 100 Punkten erreichen. Für die erhöhten Anforderungen an die Pflege und Betreuung, die damit einhergehen, gewährt ihnen die Pflegekasse umfangreiche Leistungen. Dazu gehört unter anderem der Zuschuss zur vollstationären Pflege in Höhe von 2.005€ monatlich und ein vergleichsweise hoher Pflegegeld-Betrag. Allerdings gibt es auch einiges zu beachten. Beispielsweise sind Sie als Pflegebedürftiger zu regelmäßiger Beratung verpflichtet. Anderenfalls kann Ihnen im schlimmsten Fall das Pflegegeld wieder gestrichen werden.

Pflegegrad 5 ist der höchstmögliche Grad zur Bestimmung der Pflegebedürftigkeit. Er ist für Menschen bestimmt, die unter schwersten Beeinträchtigungen der Selbstständigkeit leiden. Dies ist der Fall, wenn Sie als Betroffener im Begutachtungsverfahren des MDK eine Punktzahl zwischen 90 und 100 Punkten erreichen.

Demenzkranke Pflegebedürftige, die zum 31.12.2016 bereits eine anerkannte Pflegestufe 3 hatten, sowie sogenannte „Härtefälle“, wurden zum Jahreswechsel 2016/2017 automatisch in den Pflegegrad 5 überführt. Sie mussten also nicht nochmal begutachtet werden. Für neue Antragsteller, der erst seit Kurzem pflegebedürftig sind, ist dieser Schritt jedoch unabdingbar.

Zur Ermittlung Ihrer genauen Punktzahl und des damit verbundenen Pflegegrades müssen Sie zunächst einen Antrag auf Pflegeleistungen stellen. Dazu reicht es, einen kurzen, formlosen Brief an die Pflegekasse zu verfassen. Nach der Antragstellung schickt Ihnen die Pflegekasse weitere Unterlagen zu bzw. beauftragt einen Gutachter, Sie zur Feststellung Ihres Pflegegrades zu Hause zu besuchen. Weitere Informationen zum Begutachtungsverfahren für Pflegebedürftige erhalten Sie beim Verband der Gesetzlichen Krankenversicherung.

Begriff der Pflegebedürftigkeit

Pflegebedürftigkeit hat unterschiedliche Facetten. Diesen Begriff genau zu definieren, ist daher gar nicht so einfach. Bis zum Jahr 2017 wurden bei der Einschätzung, ob ein Mensch pflegebedürftig ist, hauptsächlich körperliche Beeinträchtigungen sowie der zeitliche Aufwand bei der Pflege beachtet. Seit dem 01.01.2017 gilt jedoch ein neuer und weiter gefasste Pflegebedürftigkeitsbegriff, der neben den körperlichen auch die geistigen und psychisch bedingten Einschränkungen stärker berücksichtigt. Über den genauen Pflegegrad entscheidet, in welchem Ausmaß Sie als Betroffener Ihren Alltag noch selbstständig bewältigen können.

Leistungen bei Pflegegrad 5

Personen mit Pflegegrad 5 haben einen besonderen Betreuungs- und Pflegebedarf. Damit Ihre Versorgung so gut und angenehm wie möglich erfolgen kann, erhalten Sie als Betroffener folgende Leistungen der Pflegeversicherung:

Pflegegeld 901 Euro monatlich
Pflegesachleistungen 1.995 Euro monatlich
Zuschuss zur vollstationären Pflege 2.005 Euro monatlich
Leistungen für die teilstationäre Pflege 1.995 Euro
Entlastungsbeitrag 125 Euro monatlich
Kurzzeitpflege 1.612 Euro jährlich
Verhinderungspflege 1.612 Euro jährlich
Wohnraumanpassung Einmalig bis zu 4.000 Euro
Pflegehilfsmittel zum Verbrauch 40 Euro monatlich
Zuschüsse zum Hausnotruf 23 Euro monatlich
Wohngruppenzuschlag für ambulante WG 214 Euro monatlich

Mit anerkanntem Pflegegrad 5 haben Sie somit einen Anspruch auf alle angebotenen Leistungen der Pflegekasse und erhalten im Vergleich zu den anderen Pflegegraden auch die insgesamt umfangreichsten Pflegeleistungen. Dazu gehört unter anderem der Zuschuss zur vollstationären Pflege in einem Pflegeheim in Höhe von 2.005 € monatlich.

Anspruch auf diese Form der Pflege haben Sie, wenn eine häusliche oder teilstationäre Pflege nicht möglich ist oder wenn eine sogenannte „Besonderheit des Einzelfalls“ vorliegt. Zu diesen Besonderheiten zählen unter anderem Faktoren wie das Fehlen bzw. die Überforderung einer Pflegeperson, ebenso wie die Eigen- bzw. Fremdgefährdungstendenz von Ihnen als pflegebedürftige Person.

Der festgelegte Geldbetrag von 2.005€ für die stationäre Pflege reicht jedoch nicht aus, um die Heimkosten vollständig zu decken. In der Regel können nur die Kosten für die Pflege selbst damit abgegolten werden. Für die Unterkunft und die Verpflegung müssen Sie als Pflegebedürftiger somit selbst aufkommen und sogenannte „einrichtungseinheitliche Eigenanteile“ (EEE) zuzahlen.

Anspruch auf Pflegegeld

Neben den Zuschüssen zur voll- bzw. teilstationären Pflege, zur Wohnraumanpassung, zum Hausnotruf und anderen Sachleistungen steht Ihnen auch ein Pflegegeld in Höhe von 910 € pro Monat zu. Darunter versteht man laut dem Pflegeversicherungsgesetz (§ 37 SGB XI ) eine Sozialleistung für „selbst beschaffte Hilfen“- also Gelder, mit denen Sie den pflegerischen Einsatz von Freunden und Angehörigen abgelten können. 

Das Pflegegeld steht Ihnen zu, wenn Sie einen anerkanntem Pflegegrad 2-5 haben und in einem häuslichen Umfeld von nicht-professionellen Pflegepersonen versorgt werden. Im Sinne der Pflegeversicherung gelten nur Angehörige, Bekannte und Freunde, die nicht erwerbsmäßig pflegen, als derartige Pflegepersonen.

 Allerdings wird das Pflegegeld nicht unmittelbar an Ihre Pflegeperson, sondern an Sie als Leistungsempfänger geschickt. Anschließend können Sie frei über die genaue Verwendung des Pflegegeldes entscheiden und es nach eigenen Vorstellungen für die pflegerischen Leistungen Ihrer Pflegeperson ausgeben. Zu beachten ist jedoch, dass Sie als Pflegebedürftiger auch dazu verpflichtet sind, sich regelmäßig beraten zu lassen. Anderenfalls kann Ihnen das Pflegegeld gekürzt oder sogar vollständig gestrichen werden.

Pflegehilfsmittel zum Verbrauch

Als Pflegebedürftiger haben sie außerdem unabhängig von Ihrem genauen Pflegegrad einen Anspruch auf sogenannte „Pflegehilfsmittel zum Verbrauch“. Darunter versteht man Produkte wie Desinfektionsmittel, Einmalhandschuhe und Bettschutzeinlagen, die für den einmaligen Gebrauch bestimmt sind und regelmäßig nachgekauft werden müssen. Diese werden mit einem monatlichen Einheitsbetrag von 40 € von der Pflegekasse bezuschusst.

Um derartige Produkte zu erhalten, können Sie jederzeit unseren Komplettservice nutzen. Wir stellen Ihnen verschiedene rezeptfreie Produktpakete zusammen, die Sie individuell auf Ihre Pflegesituation abstimmen können und schicken Ihnen diese als „Pflegebox“ monatlich zu. Inbegriffen sind u.a. Einmalhandschuhe, Bettschutzeinlagen, Schutzschürzen und Mundschutz sowie Hände- und Flächendesinfektionsmittel. Des Weiteren übernehmen wir auch die Abrechnung bei der Pflegekasse für Sie, damit Sie sich nicht um den „Papierkram“ kümmern müssen.

Hinweise für Pflegepersonen

Sich um eine pflegebedürftige Person zu kümmern, ist eine sehr lobenswerte Entscheidung. Allerdings ist sie auch mit viel Verantwortung verbunden. Immerhin beeinflusst sie sowohl den Pflegebedürftigen als auch Sie, den Pflegenden, oft über mehrere Jahre.

Genauso, wie sich ihr pflegebedürftiger Angehöriger oder Freund zunächst an die neuen Lebensumstände gewöhnen muss, sollten auch Sie sich ausreichend Zeit dafür nehmen. Außerdem sollten Sie sich keinesfalls selbst überlasten. Schließlich können Sie sich nur aufmerksam und liebevoll um den Pflegebedürftigen kümmern, wenn es Ihnen selbst gut geht. 

 

Sollten Sie also erste Anzeichen einer Überlastung bei sich erkennen, müssen Sie sich unbedingt eine Auszeit nehmen. Dies funktioniert beispielsweise, indem Sie Ihren Angehörigen im Rahmen einer Kurzzeitpflege vorübergehend in einer Pflegeeinrichtung unterbringen und sich selbst währenddessen eine kleine Erholung vom Pflegealltag genehmigen. Auf diese Weise können Sie neue Energie schöpfen, während Ihr pflegebedürftiger Angehöriger die notwendige Unterstützung von professionellen Pflegern erhält.

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