Pflegegrad 3

Voraussetzungen und Leistungen

Finanzielle Unterstützung durch die Pflegekasse spielt bei der pflegerischen Versorgung eine wichtige Rolle. Welche Leistungsansprüche bei Pflegegrad 3 bestehen, zeigt PflegeBox in einem einfachen Überblick.

Kurz und Knapp

Personen mit anerkanntem Pflegegrad 3 haben einen Anspruch auf alle angebotenen Pflegeleistungen. Dazu gehören u.a. die Kurzzeitpflege, Pflegehilfsmittel zum Verbrauch und ein Zuschuss zur Wohnraumanpassung. Mithilfe dieses Geldes kann die Wohnung eines Pflegebedürftigen barrierefrei umgebaut werden. Dafür gibt es einmalig 4.000 € von der Pflegekasse. Wer diesen Zuschuss optimal nutzen möchte, kann beispielsweise beim Badumbau auch auf die sogenannten „medizinischen Hilfsmittel“ zurückgreifen, die von der Krankenkasse finanziert werden und somit nicht die Gelder von der Pflegekasse beanspruchen.

Mit Inkrafttreten des zweiten Pflegestärkungsgesetzes am 01.01.2017 wurden zahlreiche Änderungen im Bereich der Pflege veranlasst. Dazu gehört auch die Ablösung der ursprünglich sieben Pflegestufen durch fünf neue Pflegegrade. In diesem Zusammenhang stellen sich Pflegeversicherte häufig die Frage, ob die Änderungen auch ihren Pflegegrad betreffen und auf welche Leistungen sie einen Anspruch haben.

Voraussetzungen für Pflegegrad 3

Pflegebedürftige, die bis zur Änderung des Pflegestärkungsgesetzes bereits die Pflegestufe 2 hatten sowie demenzkranke Personen mit Pflegestufe 1 wurden bei der Umstellung automatisch in den neuen Pflegegrad 3 überführt.  Betroffene, die jedoch erst kürzlich pflegebedürftig geworden sind, müssen den Pflegegrad erst beantragen, bevor sie Pflegeleistungen erhalten können.

Zu diesem Zweck reicht es, einen kurzen, formlosen Brief an Ihre Pflegekasse zu schicken. Diese ist grundsätzlich bei Ihrer Krankenkasse angesiedelt, sodass Sie dieselben Kontaktinformationen dafür nutzen können. Sind Sie beispielsweise bei der Techniker Krankenkasse (TK) versichert, können Sie den Brief an die TK adressieren und darauf hinweisen, dass er an die Pflegekasse weitergereicht werden soll. Allerdings können Sie den Antrag auch bequem per Telefon oder Mail stellen.

Nach der Antragstellung wird die Pflegekasse tätig und schickt Ihnen die entsprechenden Unterlagen zu bzw. beauftragt einen Gutachter, Sie zur Feststellung Ihres Pflegegrades zu Hause zu besuchen. Bei gesetzlich Versicherten ist der Medizinische Dienst der Krankenversicherung (MDK) für die Begutachtung zuständig, bei privat Versicherten übernimmt hingegen MEDICPROOF diese Aufgabe.

Die Begutachtung erfolgt nach dem „Neuen Begutachtungsassessment (NBA)“. Dieses umfasst sechs verschiedene Bereiche:

  • Mobilität
  • Kognitive und kommunikative Fähigkeiten
  • Selbstversorgung
  • Verhaltensweisen und psychische Problemlagen
  • Bewältigung und selbstständiger Umgang mit krankheits- oder therapiebedingten Anforderungen und Belastungen
  • Gestaltung des Alltagslebens und sozialer Kontakte

Für jeden dieser Bereiche werden Punkte vergeben, die anschließend addiert und ausgewertet werden. Ermittelt der Gutachter bei Ihnen eine Punktezahl zwischen 47,5 und unter 70 Punkten, liegt per Definition eine „schwere Beeinträchtigung der Selbstständigkeit vor“. In diesem Fall erhalten Sie als Antragsteller den Pflegegrad 3 und haben somit auch einen Anspruch auf die entsprechenden Pflegeleistungen.

Vorbereitung auf den Hausbesuch des MDK

Damit die Pflegesituation eines Pflegebedürftigen so fachgerecht und angenehm wie nur möglich gestaltet werden kann, ist es wichtig, dem Gutachter einen umfassenden Einblick in Ihre Lage zu gewähren. Als nahestehende Person, die den Pflegebedürftigen gut kennt, sollten Sie während des Hausbesuches des MDK daher unbedingt anwesend sein. Dabei können Sie dem Gutachter bereits vorhandene Arzt- und Krankenhausberichte, einen Medikamentenplan oder die Pflegedokumentation eines ambulanten Pflegedienstes zur Verfügung stellen sowie von Ihren persönlichen Beobachtungen erzählen. Je detaillierter Sie die Pflegesituation schildern, desto genauer wird auch die Empfehlung des Gutachters ausfallen.

Leistungen bei Pflegegrad 3

Pflegebedürftige mit anerkanntem Pflegegrad 3 haben einen Anspruch auf folgende Leistungen der Pflegekasse:

Pflegegeld 545 Euro monatlich
Pflegesachleistungen 1.298 Euro monatlich
Zuschuss zur vollstationären Pflege 1.612 Euro monatlich
Leistungen für die teilstationäre Pflege 1.298 Euro monatlich
Entlastungsbeitrag 125 Euro monatlich
Kurzzeitpflege 1.612 Euro jährlich
Verhinderungspflege 1.612 Euro jährlich
Wohnraumanpassung Einmalig bis zu 4.000 Euro
Pflegehilfsmittel zum Verbrauch 40 Euro monatlich
Zuschüsse zum Hausnotruf 23 Euro monatlich
Wohngruppenzuschlag für ambulante WG 214 Euro monatlich

Als Betroffener können Sie folglich alle angebotenen Leistungen der Pflegekasse nutzen. Dazu gehört unter anderem die Kurzzeitpflege – eine besondere Pflegeform, bei der Ihre Versorgung vorübergehend nicht in den eigenen vier Wänden erfolgt. Diese können Sie in Anspruch nehmen, wenn Sie beispielsweise nach einem Krankenhausaufenthalt für kurze Zeit einer vollstationären Pflege bedürfen.

Ebenso stehen Ihnen Pflegegeld und Pflegesachleistungen zu. Nähere Informationen dazu finden Sie unter https://pflegebox.de/pflegegrade/pflegegeld/.

Zuschuss zur Wohnraumanpassung

Ein pflegegerechtes Zuhause ist eine der wichtigsten Grundlagen, um reibungslose Abläufe und den Erfolg bei der Pflege zu ermöglichen. Falls Ihre Wohnung infolge einer plötzlich eintretenden Pflegebedürftigkeit fachgerecht umgebaut werden muss, gewährt Ihnen die Pflegekasse einen einmaligen Zuschuss von bis zu 4.000 Euro. Mithilfe dieses Geldes können Sie folgende Maßnahmen vornehmen:

  • Umbaumaßnahmen außerhalb der Wohnung (z.B. Einbau eines Personenaufzuges, rollstuhlgerechte Türverbreiterung, Installation von Rampen)
  • Umbaumaßnahmen im allgemeinen Wohnbereich (z.B. Erneuerung oder Ausbesserung von Bodenbelägen zur Beseitigung von Stolperfallen, Einbau von Sicherheitstüren für desorientierte Menschen)
  • Umbaumaßnahmen in der Küche (z.B. Verlegen von rutschhemmenden Bodenbelägen, Höhenanpassung der Küchengeräte)
  • Umbaumaßnahmen im Bad und WC (z.B. Einbau einer bodengleichen Dusche, Installation von Armaturen mit verlängertem Hebel)
  • Umbaumaßnahmen im Schlafzimmer (z.B. Ermöglichung eines freien Zugangs zum Bett, Abänderung der Steckdosen- und Lichtschalterinstallation, damit sie vom Bett aus erreichbar sind)

Um Ihre Wohnung möglichst sicher zu gestalten und Stolperfallen zu vermeiden, sollten Sie sich vor dem Umbau einen professionellen Rat einholen. Vereinbaren Sie daher bei Bedarf unbedingt einen Hausbesuch mit einem Pflegeberater Ihrer Pflegekasse.

Zuschüsse zum Badumbau optimal nutzen

Für den pflegegerechten Umbau eines Badezimmers ist es wichtig, zwischen Hilfsmitteln und den sogenannten „Maßnahmen zur Verbesserung des Wohnumfelds“ zu unterscheiden.  Die Kosten in Verbindung mit Hilfsmitteln, wie z.B. Duschsitzen, Badewannenliftern, Stützgriffen etc., übernimmt schließlich die Krankenkasse, weshalb Sie auch nicht Ihr Budget für die Wohnraumanpassung dafür ausgeben müssen. Durch eine geschickte Kombination von Hilfsmitteln und Umbaumaßnahmen können Sie somit viel Geld sparen. Eine genaue Auflistung aller Hilfsmittel finden Sie im Hilfsmittelverzeichnis des GKV Spitzenverbandes .

Pflegehilfsmittel zum Verbrauch

Neben den medizinischen Hilfsmitteln, die die Krankenkasse zur Verfügung stellt, haben Sie als Pflegebedürftiger außerdem auch einen Anspruch auf sogenannte Pflegehilfsmittel zum Verbrauch. Darunter versteht man Produkte wie Desinfektionsmittel, Einmalhandschuhe und Bettschutzeinlagen, die für den einmaligen Gebrauch bestimmt sind und regelmäßig nachgekauft werden müssen. Sie stehen allen Pflegebedürftigen unabhängig ihres genauen Pflegegrades zu und werden mit einem monatlichen Einheitsbetrag von 40 von der Pflegekasse bezuschusst.

Um derartige Produkte zu erhalten, können Sie jederzeit unseren Komplettservice nutzen. Wir stellen Ihnen verschiedene rezeptfreie Produktpakete zusammen, die Sie individuell auf Ihre Pflegesituation abstimmen können und schicken Ihnen diese als „Pflegebox“ monatlich zu. Inbegriffen sind u.a. Einmalhandschuhe, Bettschutzeinlagen, Schutzschürzen und Mundschutz sowie Hände- und Flächendesinfektionsmittel. Des Weiteren übernehmen wir auch die Abrechnung bei der Pflegekasse für Sie, damit Sie sich nicht um den „Papierkram“ kümmern müssen.

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