Unter der ambulanten Pflege versteht man sowohl die pflegerische als auch die hauswirtschaftliche Versorgung von pflegebedürftigen Personen. Sie wird von sogenannten Pflegediensten geleistet, die die Betroffenen besuchen und sie in ihrer häuslichen Umgebung pflegen. Daher spricht man häufig auch von „mobilen Pflegediensten“.

Inhalt

Welche Leistungen umfasst die ambulante Pflege?

Wer hat Anspruch auf ambulante Pflege?

Was kostet ambulante Pflege?

Wie finde ich einen guten Pflegedienst?

Worauf sollte ich beim Abschluss eines Pflegevertrags achten?

Welche Leistungen umfasst die ambulante Pflege?

Verantwortlich für einen Pflegedienst sind ausgebildete Pflegefachkräfte wie Krankenschwestern oder staatlich anerkannte Altenpfleger. Neben den hauptberuflichen Pflegefachkräften in Vollzeit können jedoch auch Pflegehilfskräfte und Hauswirtschaftshelfer im Pflegedienst tätig sein, um pflegebedürftige Personen auf unterschiedliche Weise zu unterstützen.

Zu den Leistungen von ambulanten Pflegediensten gehören:

  • Grundpflege (z.B. Unterstützung bei der Nahrungsaufnahme, Körperpflege und beim An- bzw. Ausziehen von Kleidung)
  • Medizinische Behandlungspflege nach SGB V (z.B. Wundversorgung, das Verabreichen von Medikamenten, Katheterwechsel etc.)
  • Verhinderungspflege (kurzzeitige Vertretung der pflegenden Person)
  • Tages- und Nachtpflege (teilstationäre Pflege, die entweder tagsüber oder in der Nacht in Anspruch genommen werden kann)
  • Hauswirtschaftliche Versorgung (Erledigung von Einkäufen, Reinigung der Wohnung etc.)
  • Seniorenbetreuung in Form von Spaziergängen, Spielen, Bastel- und Handarbeiten etc.
  • Regelmäßige Beratungs- und Qualitätsbesuche bei Personen, die ihre pflegebedürftigen Angehörigen selbst versorgen

Wer hat Anspruch auf ambulante Pflege?

Einen Anspruch auf ambulante Pflege haben Sie durch einen anerkannten Pflegerad oder aufgrund einer ärztliche Verordnung für einzelne Leistungen des häuslichen Pflegedienstes besitzen.

Die ärztliche Verordnung wird Ihnen beispielsweise ausgestellt, wenn Sie zwar aus dem Krankenhaus entlassen worden sind, aber weiterhin für einige Tage Hilfe bei der Körperhygiene sowie regelmäßige Verbandswechsel benötigen. Mithilfe der Verordnung beantragen Sie finanzielle Unterstützung bei Ihrer Krankenkasse und können anschließend einen häuslichen Pflegedienst engagieren. Haben Sie keine ärztliche Verordnung, müssen Sie alle Kosten selbst übernehmen.

Besitzen Sie jedoch einen anerkannten Pflegegrad und benötigen dauerhafte Unterstützung, können Sie sich an Ihre Pflegekasse wenden. Diese unterstützt Sie finanziell, wenn Sie dort seit mindestens zwei Jahren versichert sind. Die maximale Höhe der Geldbeträge variiert je nachdem, welchen der fünf Pflegegrade Sie haben:

Pflegegrad Max. Leistungen pro Monat in Euro
1
2 689
3 1.298
4 1.612
5 1.995

Wie die Tabelle zeigt, übernimmt die Pflegeversicherung die Kosten für die Inanspruchnahme eines Pflegedienstes für Pflegebedürftige ab Pflegegrad 2. Die dazugehörigen Leistungen umfassen dem Bundesgesundheitsministerium zu Folge sowohl die körperbezogenen Pflegemaßnahmen als auch Betreuungsmaßnahmen und Hilfen bei der Haushaltsführung.

Wer hingegen Pflegegrad 1 besitzt, erhält keine speziell für den Pflegedienst vorgesehenen Finanzmittel. Stattdessen können Sie als Betroffener Ihren monatlichen Entlastungsbetrag in Höhe von 125 Euro im Monat für die gewünschten Leistungen verwenden.

Was kostet ambulante Pflege?

Da jeder pflegebedürftige Mensch unterschiedliche Hilfeleistungen benötigt, lassen sich die Pflegedienstkosten nicht pauschal nennen. Man kann sie lediglich grob einschätzen bzw. muss sie für jeden Einzelfall individuell berechnen. Dazu ist es notwendig, zunächst mit dem Pflegedienst abzusprechen, welche Leistungen Sie überhaupt in Anspruch nehmen möchten.

Allerdings gibt es bei den Pflegediensten keine vollständig einheitlichen Preise. Sie können von Bundesland zu Bundesland und auch von Pflegedienst zu Pflegedienst variieren. Schließlich basieren die Preise auf den jeweiligen Vergütungsvereinbarungen, die individuell zwischen den Pflegekassen und den Pflegediensten ausgehandelt werden.

Demnach wird jeder Leistung des häuslichen Pflegedienstes ein Punktwert zugeteilt, dem anschließend ein bestimmter Wert in Euro zugeordnet wird. Auf diese Weise lassen sich die Gesamtkosten für die einzelnen Pflegeleistungen sowie die Gesamtkosten für Ihre individuelle Pflege ganz genau berechnen.

Wenn Sie weitere Details zu den Pflegedienstkosten benötigen, können Sie sich bei Ihrer Pflegekasse nach der Vergütungsvereinbarung für ambulante Pflegedienste in Ihrer Nähe erkundigen.

Wie finde ich einen guten Pflegedienst?

Damit Sie als Betroffener die bestmögliche Unterstützung bekommen, ist es wichtig, den richtigen Pflegedienst zu wählen. Schließlich sollten Sie sich gut auf die Pfleger verlassen können und sich jederzeit optimal versorgt fühlen.

Bei der Auswahl eines mobilen Pflegedienstes haben Sie die Möglichkeit, die Ergebnisse der Qualitätsprüfung ambulanter Pflegedienste einzusehen. Diese Berichte stehen Ihnen kostenlos im Internet oder in einem Pflegestützpunkt in Ihrer Nähe zur Verfügung.

Die Berichte geben Ihnen auch Auskunft über die sogenannten Pflegenoten, die von dem Medizinischen Dienst der Krankenversicherung (MDK) sowie dem Prüfdienst des Verbandes der Privaten Krankenversicherung e.V. vergeben werden. Ambulante Pflegedienste erhalten Teilnoten in den folgenden drei Bereichen:

  1. Pflegerische Leistungen
  2. Ärztlich verordnete pflegerische Leistungen
  3. Dienstleistung und Organisation

Auf Basis dieser Ergebnisse können Sie sich ein Bild davon machen, welcher Pflegedienst für Sie in Frage kommt. Außerdem können Sie sich auch persönlich von den Mitarbeitern eines Pflegedienstes in Ihrer Nähe beraten lassen. Welche Pflegedienste sich in Ihrer Nähe befinden, erfahren Sie beispielsweise beim Pflegenavigator der AOK.

Worauf sollte ich beim Abschluss eines Pflegevertrags achten?

Wenn Sie sich für einen Pflegedienst entschieden haben, folgt im nächsten Schritt der Abschluss eines Pflegevertrags. Wie bei jedem Vertrag gilt auch hier: Lesen Sie sich bitte alles sorgfältig durch, bevor Sie unterschreiben! Das umfasst auch das Kleingedruckte.

Nehmen Sie sich ausreichend Zeit und lassen Sie sich nicht unter Druck setzen. Manchmal hilft es auch, den Vertrag nochmal mit anderen Vertrauten genauer unter die Lupe zu nehmen.

Bei Vertragsabschluss sollten Sie unbedingt auf folgende Dinge achten:

  • Es sollte eine schriftliche Vertragsform geben
  • Als Vertragspartner sollten ausschließlich Sie als Pflegebedürftiger erwähnt sein, nicht jedoch Ihre pflegenden Angehörigen oder ein Betreuer
  • Die genauen Vertragsleistungen sollten so ausführlich wie möglich beschrieben sein
  • Die genauen Kosten müssen aufgeführt sein und welche dieser Kosten von der Pflegekasse gedeckt werden bzw. welche Sie selbst tragen müssen
  • Welche Regelungen zu Preiserhöhungen sind vertraglich festgehalten?
  • Wie gestalten sich Vertragslaufzeit und Kündigungsfristen?
  • Wie lange im Voraus müssen Termine storniert werden, damit keine Kosten für Sie anfallen?
  • Ist eine Haftung für Schäden inkludiert? Und für welche Art von Schäden? (z.B. auch für das Verlieren von Hausschlüsseln?)

Sollten Sie dennoch Schwierigkeiten oder Zweifel haben, können Sie den Pflegevertrag kostenlos von der Verbraucherzentrale überprüfen lassen.