Wer hat einen rechtlichen Anspruch auf

Pflegehilfsmittel

Die häusliche Pflege kann sowohl für den Betroffenen als auch dessen Pfleger schnell zur Herausforderung werden. Glücklicherweise gibt es aber viele Hilfsmittel, die die Pflege erleichtern. Wer einen Anspruch darauf hat, erfahren Sie hier.

In Kürze

Pflegehilfsmittel umfassen alle Geräte und Sachmittel, mit denen die Pflege einer pflegebedürftigen Person erleichtert wird. Man unterscheidet dabei zwischen zwei Gruppen: Den technischen und den zum Verbrauch bestimmten Pflegehilfsmitteln. Je nach dem, welchen Pflegegrad die betroffene Person hat und wie sich ihre Pflegesituation gestaltet, verändern sich auch ihre Ansprüche auf die verschiedenen Pflegehilfsmittel. Zum Verbrauch bestimmte Hilfsmittel bis zu einem Wert von 40€ stehen aber allen Pflegebedürftigen unabhängig ihres genauen Pflegegrades zu.

Was sind Pflegehilfsmittel?

Als Pflegehilfsmittel gelten im Allgemeinen alle Geräte und Sachmittel, die die Pflege einer pflegebedürftigen Person erleichtern und ihre körperlichen Beschwerden lindern können. Dabei unterscheidet man grundsätzlich zwischen den technischen und den zum Verbrauch bestimmten Pflegehilfsmitteln.

Während die technischen Pflegehilfsmittel, wie z.B. Pflegebetten, in der Regel nur einmalig angeschafft werden müssen, sind Pflegehilfsmittel zum Verbrauch mit längerfristigen Kosten verbunden. Grund dafür ist, dass sie für den einmaligen Gebrauch vorgesehen sind und dementsprechend immer wieder nachgekauft werden müssen. Beispiele dafür sind Desinfektionsmittel, Einmalhandschuhe und Bettschutzeinlagen.

Wann besteht ein Anspruch auf Pflegehilfsmittel?

Wer genau einen Anspruch auf die unterschiedlichen Pflegehilfsmittel hat, ist durch das Sozialgesetz geregelt. Folgende Voraussetzungen sind dazu notwendig:

  1. Die pflegebedürftige Person muss einen anerkannten Pflegegrad haben.

2. Die Pflege des Betroffenen muss in einem häuslichen Umfeld erfolgen.

3. Die Pflege der betroffenen Person muss von einem Angehörigen oder von einem Pflegedienst durchgeführt werden.

Nur wenn alle drei dieser Kriterien zutreffen, können die Betroffenen die notwendigen Pflegehilfsmittel beziehen und somit auch auf die (teilweise) Kostenübernahme durch die Pflegekasse zählen.

Schon gewusst?

Die Begriffe „Pflegehilfsmittel“ und „medizinische Hilfsmittel“ werden oftmals durcheinander gebracht. Dabei meinen sie keinesfalls dasselbe und sollten stets unterschieden werden. Während Pflegehilfsmittel ohne Rezept verfügbar sind und von den Pflegekassen (teil)finanziert werden, sind die sogenannten medizinischen Hilfsmittel rezeptpflichtig. Sie dienen zur Unterstützung einer ärztlichen Behandlung und sollen Behinderungen vorbeugen bzw. deren Folgen ausgleichen. Beispiele dafür sind u.a. Brillen und Hörgeräte, deren Kosten die gesetzlichen Krankenkassen tragen.

Welche Pflegehilfsmittel stehen Ihnen zu?

Welche Pflegehilfsmittel benötigt werden, ist von Patienten zu Patienten unterschiedlich. Daher ist es wichtig, bei der Entscheidung die genauen Bedürfnisse der pflegebedürftigen Person sowie ihre individuelle Pflegesituation zu berücksichtigen.

Eine umfangreiche Analyse dieser Bedürfnisse und möglicher Maßnahmen erfolgt normalerweise durch einen Gutachter des Medizinischen Krankendienstes (MDK), der die pflegebedürftige Person im Rahmen eines Begutachtungsverfahrens kennenlernt. Dabei empfiehlt der Gutachter nicht nur einen passenden Pflegegrad, sondern erklärt den Pflegebedürftigen sowie ihren engsten Vertrauten auch, welche Hilfsmittel zur Erleichterung der Pflege sinnvoll sein könnten. Das können je nach Pflegesituation sowohl technische als auch zum Verbrauch bestimmte Pflegehilfsmittel sein.

Die Empfehlung des Gutachters kann mit der Zustimmung des Pflegebedürftigen sofort als Antrag an die Pflegekasse weitergeleitet werden. Dort wird der Antrag geprüft und anschließend erhält der Betroffene den notwendigen Bescheid per Post.

Welche Pflegehilfsmittel werden von der Pflegekasse bezahlt?

Im Regelfall müssen Pflegehilfsmittel nicht selbst finanziert werden. Sofern keine Leistungsverpflichtung durch die Krankenkasse besteht, werden die damit verbundenen Kosten vollständig oder teilweise von der Pflegeversicherung übernommen.

Pflegehilfsmittel zum Verbrauch stehen grundsätzlich allen pflegebedürftigen Personen unabhängig ihres genauen Pflegegrades zu. Für die entsprechenden Produkte erstattet die Pflegekasse monatlich 40€. Sollten die von Ihnen benötigten Produkte diesen Betrag jedoch überschreiten, müssen Sie die Differenz selbst bezahlen.

Doch auch in Bezug auf die technischen Pflegehilfsmittel gibt es bestimmte Regelungen. Üblicherweise werden diese leihweise zur Verfügung gestellt. Unter bestimmten Umständen müssen Pflegebedürftige ab dem 18. Lebensjahr aber einen Eigenanteil von zehn Prozent bzw. maximal 25 Euro pro Pflegehilfsmittel zuzahlen, da die Kosten nicht vollständig von den Pflegekassen übernommen werden.

Technische Pflegehilfsmittel

Welche technischen Pflegehilfsmittel von der Pflegekasse zur Verfügung gestellt bzw. verliehen werden, ist im Hilfsmittelverzeichnis des GKV-Spitzenverbandes festgehalten. Sie werden in den sogenannten Produktgruppen 50 bis 53 organisiert.

Produktgruppe 50 beinhaltet die Pflegehilfsmittel zur Erleichterung der Pflege, beispielsweise Pflegebetten, spezielle Pflegebett-Tische und Sitzhilfen.

Pflegehilfsmittel zur Körperpflege und Hygiene finden Sie dagegen in Produktgruppe 51. Dazu gehören u.a. Duschwagen, Urinflaschen und Bettpfannen.

Interessieren Sie sich dagegen für Hausnotrufsysteme, können Sie sich unter dem Stichwort „Pflegehilfsmittel zur selbstständigeren Lebensführung/Mobilität“, also Produktgruppe 52, genauer danach erkundigen.

Die Pflegehilfsmittel zur Linderung von Beschwerden, wie z.B. Lagerungsrollen und Lagerungshalbrollen, sind Teil der Produktgruppe 53.

Schon gewusst?

Der „Spitzenverband Bund der Krankenkassen“(GKV-Spitzenverband) ist der alleinige gesetzlich vorgesehene Verband der Gesetzlichen Krankenversicherung auf Bundesebene. Er wird durch das Bundesministerium für Gesundheit beaufsichtigt und unterstützt die Krankenkassen bei der Erfüllung ihrer Aufgaben.

Pflegehilfsmittel zum Verbrauch

Welche Produkte zu den Pflegehilfsmitteln zum Verbrauch gehören, ist ebenfalls im Hilfsmittelverzeichnis des GKV aufgeführt. Diese sind in Produktgruppe 54 organisiert und werden in drei verschiedene Arten unterteilt.

Die erste Gruppe fasst die Pflegehilfsmittel mit bestimmtem Anwendungsort zusammen.  Dazu gehören insbesondere saugende Bettschutzeinlagen in unterschiedlichen Größen. Sie bestehen aus einem flüssigkeitsundurchlässigen Material und schützen den Pflegebedürftigen sowie dessen Bett vor Nässe.

Darüber hinaus gibt es auch die Kategorie „Pflegehilfsmittel ohne speziellen Anwendungsort/Zusätze“. Dazu gehören unterschiedliche Arten der Schutzbekleidung, beispielsweise Fingerlinge, Einmallätzchen und Schutzschürzen. Diese dienen zur allgemeinen Hygiene und schützen teilweise auch vor Krankheitserregern.

Die letzte Gruppe umfasst sonstige zum Verbrauch bestimmte Pflegehilfsmittel wie Desinfektionsmittel für Flächen und für die Hände. Bei regelmäßiger Anwendung schützen sie zuverlässig vor Keimen.

Pflegehilfsmittel beziehen

Sobald die Pflegekasse das von Ihnen gewünschte Hilfsmittel genehmigt hat, können Sie es bei einem von der Kasse anerkannten Dienstleister bestellen. In der Regel stellt Ihnen die Pflegekasse zu diesem Zweck eine entsprechende Auflistung aller möglichen Dienstleister zur Verfügung. Sollten Sie sich dennoch an einen anderen Dienstleister wenden, besteht die Gefahr, dass Ihre Kasse die Kosten nicht übernimmt. Gleiches gilt, wenn Sie sich ein Hilfsmittel noch vor der Genehmigung anschaffen. Stellen Sie daher unbedingt sicher, dass Sie die Empfehlungen der Pflegekasse befolgen.

Was die Pflegehilfsmittel zum Verbrauch angeht, stehen Ihnen unterschiedliche Beschaffungsmöglichkeiten zur Verfügung. Sie können entweder alle Produkte selbstständig erwerben und monatlich mit Ihrer Pflegekasse abrechnen oder unseren Komplettservice nutzen.

Wir stellen Ihnen zu diesem Zweck verschiedene rezeptfreie Produktpakete zusammen, die Sie monatlich mit den passenden Pflegehilfsmitteln ausstatten.  Inbegriffen sind u.a. Einmalhandschuhe, Bettschutzeinlagen, Schutzschürzen und Mundschutz sowie Hände- und Flächendesinfektionsmittel. Sie können diese Produkte individuell auf Ihre Pflegesituation abstimmen und außerdem übernehmen wir auch die Abrechnung bei der Pflegekasse für Sie, damit Sie sich nicht um den „Papierkram“ kümmern müssen.

Weitere Informationen und Tipps rund um das Thema Pflegehilfsmittel finden Sie auch im Ratgeber „Hilfsmittel für die häusliche Pflege“, der vom Bundesministerium für Gesundheit gefördert wird

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