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Die Schwiegertochter als Pflegezentrum ist ein Auslaufmodell – Umfrage untersuchte Lebensgefühl betreuender Angehöriger

TK-Pressefoto

Dr. Jens Baas | © Techniker Krankenkasse

Pflegende Angehörige sind unverzichtbar für die Versorgung, die Datenlage zur gesundheitlichen Situation der Pflegenden ist bisher jedoch dünn. Das Wissenschaftliche Institut der Techniker Krankenkasse (TK) hat daher in einer Studie – über das Meinungsforschungsinstitut Forsa – mehr als 1 000 pflegende Angehörige zu Gesundheit und Befinden, Belastungen und Unterstützungsmöglichkeiten befragen lassen.

Mehr als 2,5 Millionen Menschen sind pflegebedürftig. Modellrechnungen gehen davon aus, dass es bis 2030 in Deutschland rund 3,4 Millionen sein werden. Sieben von zehn Pflegebedürftigen werden zu Hause gepflegt. Die große Mehrheit von ihnen, zwei Drittel, werden ausschließlich durch Angehörige betreut.

Wie empfinden die privat Pflegenden ihre Aufgaben? Antworten gibt die Pflegestudie 2014 der Techniker Krankenkasse – mit teils ernüchternden Ergebnissen.

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So geben sechs von zehn Befragten an, dass die Pflege sie viel von ihrer eigenen Kraft kostet – je höher die Pflegestufe, umso größer die Belastung. In Pflegestufe III ist sie fast doppelt so groß wie in Stufe 0. Ständig in Bereitschaft zu sein, strengt 55 Prozent der Befragten sehr an. Die Hälfte der Pflegenden fühlt sich oft körperlich erschöpft, gut ein Drittel hin- und her gerissen zwischen den Pflege-Anforderungen und denen der Umgebung, zum Beispiel Job oder Familie. Drei von zehn Befragten geben sogar an, die Pflegesituation greife die eigene Gesundheit an.

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Kein Wunder, dass nur wenige Pflegende ihren Gesundheitszustand positiv einschätzen: Während bei einem Bevölkerungsquerschnitt sechs von zehn Befragten ihre Gesundheit als gut oder sehr gut beurteilen, ist dies bei den pflegenden Angehörigen nicht einmal die Hälfte (45 Prozent). Unter den Angehörigen, die den Pflegebedürftigen ganz allein betreuen – aktuell jeder Vierte –, geben sogar nur etwas mehr als ein Drittel (36 Prozent) an, ihr Gesundheitszustand sei gut oder sehr gut.

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Die Studie hat auch nach den wichtigsten Gründen, eine Pflegeaufgabe zu übernehmen, gefragt. Fast die Hälfte der Pflegenden antwortet mit Pflichtgefühl und Familienzusammenhalt. Die Studie zeigt jedoch, dass dieser soziale Kitt bröckelt: Während bei den Über-65-Jährigen insgesamt 61 Prozent familiäres Pflichtgefühl als Hauptgrund angeben, sind es bei den 18- bis 49-Jährigen nur noch 38 Prozent.

Fazit von Dr. Jens Baas, TK-Vorstandsvorsitzender

„Für die Zukunft müssen wir Pflege anders als heute organisieren. Die Pflege von Angehörigen ist künftig in diesem Umfang nicht mehr leistbar. Die Schwiegertochter als Pflegezentrum ist ein Auslaufmodell.“

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