• Das Pflegeversicherungsgesetz regelt das Pflegegeld und Pflegesachleistungen

Sozialgesetzbuch XI (SGB XI): Das Pflegeversicherungsgesetz

Mit dem Pflegeversicherungsgesetz haben alle Bundesbürger einen Versicherungsschutz für den  Fall einer längerfristigen und ausgeprägten Pflegebedürftigkeit erhalten. Das Pflegeversicherungsgesetz wurde 1994 als Baustein der deutschen Sozialversicherung neben der Arbeitslosenversicherung, der Krankenversicherung, der Unfallversicherung und der Rentenversicherung eingeführt.

§ 40 Abs. 1 SGB XI

Das Pflegeversicherungsgesetz und Pflegehilfsmittel:

„Pflegebedürftige haben Anspruch auf Versorgung mit Pflegehilfsmitteln, die zur Erleichterung der Pflege oder zur Linderung der Beschwerden des Pflegebedürftigen beitragen oder ihm eine selbständigere Lebensführung ermöglichen, soweit die Hilfsmittel nicht wegen Krankheit oder Behinderung von der Krankenversicherung oder anderen zuständigen Leistungsträgern zu leisten sind. Die Pflegekasse überprüft die Notwendigkeit der Versorgung mit den beantragten Pflegehilfsmitteln unter Beteiligung einer Pflegefachkraft oder des Medizinischen Dienstes.“

§ 40 Abs. 2 SGB XI

Das Pflegeversicherungsgesetz und der monatliche Höchstbetrag

„Die Aufwendungen der Pflegekassen für zum Verbrauch bestimmte Pflegehilfsmittel dürfen monatlich den Betrag von 40 Euro nicht übersteigen. Die Leistung kann auch in Form einer Kostenerstattung erbracht werden.“

Das Pflegeversicherungsgesetz ist neben der Kranken-, Renten- und Arbeitslosenversicherung fester Bestandteil der sozialen Pflegeversicherung und gehört seit 1994 zu den Pflichtversicherungen in Deutschland. Das Gesetz tritt dann in Kraft, wenn Personen aufgrund von Krankheit oder Behinderung dauerhaft in erheblichen Maße auf Hilfe im Alltag angewiesen sind. Früher musste dies allein von der Familie getragen werden, heute jedoch tragen Pflegekassen die Pflegeversicherung. Die Beiträge in die Pflegeversicherung sind gesetzlich geregelt und werden anteilig von Arbeitnehmern und Arbeitgebern gezahlt  jedoch ist zu beachten, dass privat Krankenversicherte sich selber gegen das Risiko der Pflegebedürftigkeit versichern müssen.

Im Pflegeversicherungsgesetz beinhaltete Leistungen im Falle der ambulanten Pflege

Das Pflegegeld

Um die Grundpflege und hauswirtschaftliche Versorgung durch ein oder mehrere private Pflegepersonen zu sichern, können Pflegebedürftige das sogenannte Pflegegeld bei den Pflegekassen beantragen. Dabei steht dem Pflegenden laut Pflegeversicherungsgesetz folgende monatliche Leistung seit 01.01.2016 zu:

  1. Pflegegrad 1: Kein Anspruch
  2. Pflegegrad 2: 316 Euro
  3. Pflegegrad 3: 545 Euro
  4. Pflegegrad 4: 728 Euro
  5. Pflegegrad 5: 901 Euro

Falls die Pflegeperson aufgrund von Krankheit oder Urlaub der Tätigkeit nicht nachkommt, kann eine Pflegevertretung für bis zu 28 Tage/Kalenderjahr oder 1.612 Euro in Anspruch genommen werden. Dieser Anspruch gilt nur, wenn die verhinderte Pflegeperson schon mindestens 6 Monate lang den Pflegebedürftigen gepflegt hat und ab Pflegegrad 2.

 

Die Pflegesachleistung

Alternativ zum Pflegegeld steht dem Pflegebedürftigen laut Pflegeversicherungsgesetz auch Pflegesachleistungen zu. Dabei übernimmt die Pflegekasse die häusliche Versorgung durch vertraglich an die Pflegekasse gebundenes Pflegepersonal. Die Pflegesachleistungen können über die Pflegekasse beantragt werden und betragen monatlich maximal:

  1. Pflegegrad 1 bis 125 Euro
  2. Pflegegrad 2 bis 689 Euro
  3. Pflegegrad 3 bis 1.298 Euro
  4. Pflegegrad 4 bis 1.612 Euro
  5. Pflegegrad 5 bis 1.995 Euro

Generell gilt! Auch eine Kombination aus dem Pflegegeld und der Pflegesachleistung ist laut Pflegeversicherungsgesetz möglich. Für die genaue Berechnung, vor allem im Zusammenhang mit erhöhten Leistungen durch dauerhaft erheblich eingeschränkter Alltagskompetenz steht Ihnen unser Pflegerechner zur Verfügung.

Im Pflegeversicherungsgesetz beinhaltete Leistungen im Falle der stationären Pflege

Bei Pflegebedürftigen in vollstationärer Pflege bezuschussen die Pflegekassen gemäß Pflegeversicherungsgesetz nicht nur die Grundpflege sondern auch die hauswirtschaftliche Versorgung in stationären Einrichtungen. Dabei stehen dem Pflegebedürftigen monatlich max. folgende Beträge zu:

  1. Pflegegrad 1: kein Anspruch
  2. Pflegegrad 2 bis 770 Euro
  3. Pflegegrad 3 bis 1.362 Euro
  4. Pflegegrad 4 bis 1.775 Euro
  5. Pflegegrad 5 bis 2.005 Euro

Im Pflegeversicherungsgesetz beinhaltete Leistungen: Die Hilfsmittel

Das Gesetz ermöglicht außerdem einen monatlichen Betrag von 40 Euro für Hilfsmittel, wie Bettschutzeinlagen, Desinfektionsmittel, Einmalhandschuhe, Mundschutz oder Schutzschürzen. Diese Hilfsmittel können entweder selber beantragt werden oder durch spezialisierte Unternehmen wie die PflegeBox geliefert werden.