Pflegestufe 1 – Voraussetzungen und Leistungen

Voraussetzungen Pflegestufe 1: 90 Min. Pflegeaufwand täglich – davon 45 Minuten für die Grundpflege 

Laut des Bundesministeriums für Gesundheit kann eine Pflegestufe 1 attestiert werden, “wenn mindestens einmal täglich ein Hilfebedarf bei mindestens zwei Verrichtungen aus einem oder mehreren Bereichen der Grundpflege (Körperpflege, Ernährung oder Mobilität) erforderlich ist. Zusätzlich muss mehrfach in der Woche Hilfe bei der hauswirtschaftlichen Versorgung benötigt werden. Der wöchentliche Zeitaufwand muss im Tagesdurchschnitt mindestens 90 Minuten betragen, wobei auf die Grundpflege mehr als 45 Minuten entfallen müssen.”

Je nach stationärer, teilstationärer und häuslicher Pflege variieren die Leistungen bei dieser Pflegestufe erheblich. Grundsätzlich unterscheidet der Gesetzgeber zwischen dem Pflegegeld, das als Geldleistung dem Pflegenden für seine Pflege bereitgestellt wird, und Sachleistungen, die für die Leistungen einer gewerblichen Pflegestation zur Verfügung stehen. Zusätzlich stehen dem Pflegebedürftigen unabhängig von der Pflegestufe Pflegehilfsmittel zum Verbrauch (zum Beispiel: Einmalhandschuhe, Desinfektionsmittel, Bettschutzeinlagen) im Wert von 40 Euro monatlich zu.

Pflege zuhause mit Pflegestufe 1

Wenn der Pflegebedürftige mit Pflegestufe 1 zumindest teilweise zuhause durch einen Angehörigen gepflegt wird, besteht ein Anspruch auf Pflegehilfsmittel. Diese können entweder selbst beantragt und abgerechnet werden, oder kostenfrei über Dienstleister wie die PflegeBox bezogen werden, die auch die Beantragung und Abrechnung mit der Pflegekasse übernimmt. Bei den Sachleistungen kann der Pflegedienst bei dieser attestierten Pflegestufe sachliche Leistungen von 468 Euro im Monat erbringen und diese direkt mit der Pflegekasse abrechnen. Häufig wird die Betreuung des Pflegebedürftigen in der Pflegestufe 1 jedoch von Angehörigen zuhause geleistet. Der Pflegende erhält hier zur Entlohnung ein Pflegegeld in Höhe von 244 Euro direkt auf sein Bankkonto. Auch eine Kombination aus beiden Leistungen ist möglich.

Beispiel für die Pflegestufe 1: Der 82-jährige Vater lebt noch im eigenen Haushalt. Der Medizinische Dienst der Krankenkassen (MDK) hat beim ihm einen Hilfebedarf von 95 Minuten pro Tag festgestellt und die Pflegestufe 1 attestiert. Er benötigt Hilfe bei der täglichen Körperpflege und dem Aufstehen aus dem Bett. Zusätzlich muss ihn seine Familie oder der betreuende Pflegedienst im Haushalt unterstützen. Er hat sich für die Kombination aus Pflegegeld und Sachleistung entschieden, da ihn seine Familie eingeschränkt unterstützen kann. Zusätzlich erhält er die PflegeBox um Hygienestandards einzuhalten und den Angehörigen die Pflege zu erleichtern.

Stationäre Pflege mit Pflegestufe 1

Bei der stationären Pflege wird der Pflegebedürftige in einer vollstationären Einrichtung untergebracht. Dabei wird bei der Pflegestufe 1 für die Versorgung eine Summe von 1.064 Euro pro Monat zur Verfügung gestellt. Jedoch betragen die Kosten für die vollstationäre Heimunterbringung bei Pflegestufe 1 in Deutschland im Durchschnitt etwa 2.500 Euro. Häufig muss also ein Großteil der Kosten für die Pflegestufe 1 durch den Pflegebedürftigen selbst oder den Angehörigen getragen werden.

Beispiel für die Pflegestufe 1: Die 75-jährige Mutter wird in einer vollstationären Pflegeeinrichtung betreut. Ihre Familie lebt im etwa 400 km entfernten Dortmund und kann sie im häuslichen Umfeld nicht unterstützen. Die Kosten über die Betreuung im „Pflegeheim Altersresidenz“ betragen dieser Pflegestufe 2.600 Euro monatlich. 1.064 Euro übernimmt ihre Pflegekasse. Den Restbetrag teilen sich Mutter und Familie.

Teilstationäre Pflege bei Pflegstufe 1

Auch hier ist die Unterbringung im häuslichen Umfeld nicht immer gewährleistet. In diesem Fall ist die zeitweise Unterbringung in einer Einrichtung mit Tages- oder Nachtpflege möglich. Die Pflegekasse unterstützt dies bei Pflegestufe 1 mit max. 468 Euro im Monat. Ebenfalls ist eine Kombination für diese Pflegestufe aus teilstationärer Pflege, Sachleistungen und Pflegegeld möglich: Wird die Leistung der teilstationären Unterbringung zu 100 Prozent genutzt, können noch 50 Prozent der Sachleistung und Geldleistung in Anspruch gemäß Pflegestufe 1 genommen werden. Auch hier können Pflegehilfsmittel zum Verbrauch (Einmalhandschuhe, Desinfektionsmittel, Bettschutzeinlagen) in Höhe von 40 Euro im Monat in Anspruch genommen werden, wenn ein Angehöriger in die Pflege eingebunden ist. Die Beantragung kann selbst oder über externe Dienstleister beantragt werden.

Beispiel: Die 66-jährige Ehefrau hat Pflegestufe 1. Ihr Ehemann ist noch teilweise berufstätig, weshalb sie an drei Tagen in der Woche in der Tagespflege untergebracht ist. Die Kosten dafür belaufen sich auf 468 Euro im Monat und sind damit zu 100 Prozent ausgeschöpft. Zusätzlich hat sie Anspruch auf 50 Prozent der Sach- und Geldleistungen gemäß Pflegestufe 1.