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  • Die Pflegestufe 0 - 3 im Überblick

Pflegestufe: Leistungen, Kriterien und Voraussetzungen

Was ist eine Pflegestufe?

Die gesetzlichen Pflegestufen orientieren sich an dem Umfang des Hilfebedarfs der Pflegebedürftigen. Die jeweiligen Pflegestufen unterscheiden sich in der Höhe der Leistungen.

Eine genehmigte Pflegestufe ist die Grundlage für alle Leistungen, die Sie aus der Pflegeversicherung beziehen können. Diese Leistungen sind für eine adäquate Pflege fast unersetzlich. Wie Sie eine Pflegestufe beantragen, finden sie hier.

Als Überblick über Kriterien und Leistungen  zu den einzelnen Pflegestufen haben wir für Sie eine Zusammenstellung für die jeweilige Pflegestufe verfasst. Diese ersetzen keine Auskunft eines Pflegedienstes oder des Medizinischen Dienst der Krankenkassen, geben Ihnen aber vorab einen Überblick über die wichtigsten Punkte.

Pflegestufe 0 – Erheblich eingeschränkte Alltagskompetenz

Die sogenannte Pflegestufe 0 wurde am 1. Januar 2013 eingeführt, da die Pflegestufen 1 bis 3 nicht auf demenziell erkrankte Personen ausgelegt waren. Man orientierte sich an der benötigten Grundpflege, die jedoch für an Demenz erkrankten Personen meistens nicht in dem für Pflegestufe 1 benötigten Maße geleistet werden muss.

Seit dem 1. Januar 2013 gibt es für die neu eingeführte Pflegestufe 0 ein besonderes Kriterium, die so genannte erheblich eingeschränkte Alltagskompetenz.  Dazu muss natürlich auch ein gewisses Maß an Grundpflege der zu pflegenden Person nötig sein, jedoch nicht in dem Maße wie für die Pflegestufe 1.

Voraussetzungen sind:

  • Dauerhaft erheblich eingeschränkte Alltagskompetenz
  • Hilfebedarf im Bereich der Grundpflege und hauswirtschaftlichen Versorgung
  • Voraussetzungen für Pflegestufe 1 nicht erfüllt
  • für pflegebedürftige Demenzpatienten

Die Pflegeleistung bei ambulanter Pflege wird mit einem Pflegegeld (Barleistung) vergütet, die Grundleistung bei Pflegestufe 0 beläuft sich im Monat auf 123 Euro. Hiermit soll jedoch nicht die Pflegezeit bezahlt werden, sondern eine adäquate Pflege im Sinne der jeweiligen Pflegestufe sichergestellt werden.
Hier erfahren Sie mehr über die Pflegestufe 0.

Pflegestufe 1 – Erhebliche Pflegebedürftigkeit

Die Pflegestufe 1 ist die erste Pflegestufe, für die eine zeitlich festgelegte Mindestpflegedauer von Nöten ist um diese anerkannt zu bekommen. Diese muss dabei nicht von einem Pflegedienst geleistet werden, sondern wird, sofern der Pflegebedürftige nicht in einem Heim wohnt, zumindest teilweise von Angehörigen übernommen. Wenn die Mindestanforderungen (siehe unten) nicht gegeben sind, kann keine Leistung aus dem Bereich der Pflegeversicherung in Anspruch genommen und keine Pflegestufe (außer evtl. Pflegstufe 0) erteilt werden.

  • Hilfe in einem der Grundpflegebereiche mindestens einmal täglich (mind. 2 Verrichtungen) erforderlich
  • Hilfe in der hauswirtschaftlichen Versorgung ist wöchentlich mehrmals benötigt
  • Geringstenfalls 90 Minuten Pflegeaufwand im Tagesdurchschnitt, von denen mehr als 45 Minuten auf die Grundpflege entfallen müssen

Die Grundleistung, die die Pflegekasse als Pflegegeld auszahlt, beläuft sich bei der Pflegestufe 1 auf 244 Euro monatlich, bei einer dauerhaft erheblich eingeschränkten Alltagskompetenz beläuft es sich auf 316 Euro.

Weitere Details über die Voraussetzungen und Leistungen der Pflegestufe 1 finden Sie hier.

Pflegestufe 2 – Schwerpflegebedürftigkeit

Pflegestufe 2 können Sie beantragen, wenn der erforderliche Grundaufwand 3 Stunden Pflegeaufwand am Tag überschreitet und davon wenigstens 2 Stunden auf die Grundpflege entfallen.

  • Hilfebedarf in der Grundpflege mindestens dreimal täglich zu unterschiedlichen Tageszeiten erforderlich
  • Hilfe in der hauswirtschaftlichen Versorgung ist wöchentlich mehrmals benötigt
  • Wenigstens 3 Stunden Pflegeaufwand im Tagesdurchschnitt, von denen im Minimum 2 Stunden auf die Grundpflege entfallen

Das Pflegegeld beträgt bei Pflegestufe 2.458 Euro monatlich, bei einer dauerhaft erheblich eingeschränkten Alltagskompetenz werden 545 Euro ausbezahlt. Weitere Informationen zum Thema Pflegestufe 2 finden Sie hier.

Pflegestufe 3 – Schwerstpflegebedürftigkeit

Pflegestufe 3 ist die höchstmögliche Stufe. Dabei ist ein enorm hoher Pflegeaufwand notwendig um diese zu erhalten. So muss unter anderem für 24 Stunden am Tag eine Betreuung nötig sein.

  • Hilfebedarf in der Grundpflege ist rund um die Uhr (Tag und Nacht) gegeben
  • Hilfe in der hauswirtschaftlichen Versorgung ist wöchentlich mehrmals benötigt
  • Mindestens 5 Stunden Pflegeaufwand im Tagesdurchschnitt, von denen nicht weniger als 4 Stunden auf die Grundpflege entfallen

Patienten, die Pflegestufe 3 Pflegegeld beziehen, erhalten 728 Euro. Dabei wird nicht zwischen einer eingeschränkten Alltagskompetenz im Sinne von § 45a SGB XI und einem Normalfall unterschieden.

Härtefallregelung für Pflegestufe 3

Für Patienten mit Pflegestufe 3, deren Pflegeaufwand jedoch deutlich höher ausfällt, gibt es eine so genannte Härtefallregelung.

  • Voraussetzungen für Pflegestufe 3 sind erfüllt
  • Hilfe bei der hauswirtschaftlichen Versorgung muss ständig erbracht werden
  • Ein außergewöhnlich hoher Pflegeaufwand liegt vor
    • Mehr als 6 Stunden Pflegeaufwand für die Grundpflege
    • Mindestens dreimal in der Nacht
    • Alternativ: Die Grundpflege muss nachts von mehreren Pflegenden zeitgleich gemeinsam erbracht werden.

Pflegestufe beantragen

Bevor Sie Leistungen aus der Pflegeversicherung erhalten, ist der erste Schritt die Beantragung der Pflegestufe. Abhängig von der Pflegekasse kann dies formlos passieren. Hier finden Sie alle Informationen zur Beantragung einer Pflegestufe