• Das Pflegeversicherungsgesetz - regelt unter anderem Pflegegeld, Pflegesachleistung und Kombinationsleistung

Der häufig verwendete Begriff „Pflegeversicherungsgesetz“ bezieht sich auf das Sozialgesetzbuch Elftes Buch (SGB XI). Das Pflegeversicherungsgesetz gibt wichtige Gesetze zur sozialen Pflegeversicherung wieder. Viele Betroffene sind mit der Gesetzeslage zu Pflegesachleistung, dem Pflegegeld für selbst beschaffte Pflegehilfen und der Kombination von Geldleistung und Sachleistung noch nicht ganz vertraut.

Pflegeversicherungsgesetz – Pflegesachleistung (§ 36 SGB XI)

36 Abs. 1 SGB XI: „Pflegebedürftige der Pflegegrade 2 bis 5 haben bei häuslicher Pflege Anspruch auf körperbezogene Pflegemaßnahmen und pflegerische Betreuungsmaßnahmen sowie auf Hilfen bei der Haushaltsführung als Sachleistung (häusliche Pflegehilfe).“

Welche pflegerischen Maßnahmen werden umfasst?

Die Maßnahmen sind detailliert in § 14 Abs. 2 SGB XI aufgelistet. Im Groben handelt es sich um die Bereiche:

  • Mobilität

  • kognitive und kommunikative Fähigkeiten

  • Verhaltensweisen und psychische Problemlagen

  • Selbstversorgung

  • Bewältigung von und selbstständiger Umgang mit krankheits- oder therapiebedingten Anforderungen und Belastungen

  • Gestaltung des Alltagslebens und sozialer Kontakte

Hierunter zählen beispielsweise die Fortbewegung in der eigenen Wohnung, Orientierungsschwierigkeiten, Depressionen und Aggressionen, das Duschen und Baden oder Schwierigkeiten bei der Nahrungsaufnahme. Mit den pflegefachlich begründeten Kriterien sind auch Arztbesuche oder Interaktionen mit anderen Menschen gemeint.

In § 36 Abs. 2 SGB XI steht, dass der eigentliche Sinn der häuslichen Pflege darin besteht „Beeinträchtigungen der Selbständigkeit oder der Fähigkeiten des Pflegebedürftigen so weit wie möglich durch pflegerische Maßnahmen zu beseitigen oder zu mindern und eine Verschlimmerung der Pflegebedürftigkeit zu verhindern.“

Pflegehilfe ist auch die pflegefachliche Anleitung von Pflegebedürftigen und Pflegepersonen. Die Unterstützungsleistungen, welche zur Bewältigung und Gestaltung des alltäglichen Lebens im häuslichen Umfelds beitragen, ähneln den Maßnahmen aus § 14 Abs. 2 SGB XI.

Unterstützungsleistungen im Speziellen helfen bei der:

Bewältigung psychosozialer Problemlagen oder Gefährdungen

Tagesstrukturierung, Kommunikation, Aufrechterhaltung sozialer Kontakte, Beschäftigungen

Wie hoch ist der Anspruch auf häusliche Pflegehilfe?

Der Anspruch auf häusliche Pflege umfasst nach § 36 Abs. 3 SGB XI monatlich:

 

 

Pflegegrad des Pflegebedürftigen

  •  

  •  

  •  

  •  

Leistungen im Gesamtwert bis

  • 639 Euro

  • 1 298 Euro

  • 1 612 Euro

  • 1 995 Euro

 

 

In § 36 Abs. 4 SGB XI wird begründet wann häusliche Pflege zulässig ist und wann nicht. Sie ist beispielsweise auch dann zulässig, wenn der Pflegebedürftige nicht zu Hause gepflegt wird.

Pflegegeld für selbst beschaffte Pflegehilfen (§ 37 SGB XI)

37 SGB XI gestattet Pflegebedürftigen einen Anspruch auf Pflegegeld, welches sie alternativ zur häuslichen Pflegehilfe beantragen können. Damit hat der Pflegebedürftige eine Möglichkeit seiner Pflegeperson eine materielle Anerkennung zukommen zu lassen. Voraussetzung für den Anspruch auf das Pflegegeld ist, dass der Pflegebedürftige mit dem Pflegegeld folgendes selbst sicherstellt:

  • die erforderlichen körperbezogenen Pflegemaßnahmen und pflegerischen Betreuungsmaßnahmen sowie
  • Hilfen bei der Haushaltsführung

Wie viel Pflegegeld steht hierfür zur Verfügung?

Das Pflegegeld beträgt monatlich:

Pflegegrad 

  •  

  •  

  •  

  •  

Pflegegeld

  • 316 Euro

  • 545 Euro

  • 728 Euro

  • 901 Euro

Kombination von Geldleistung und Sachleistung (Kombinationsleistung) (§ 38 SGB XI)

Pflegesachleistung und Pflegegeld kombinieren?

Unter dem Begriff Kombinationsleistung oder „Kombipflege“ ist die Kombination von Pflegesachleistung und Pflegegeld zu verstehen. Damit ist gemeint, dass ein ambulanter Pflegedienst die Pflege übernimmt, aber auch Angehörige, Freunde oder Nachbarn die Versorgung übernehmen.

Der Pflegebedürftige hat Anspruch auf Auszahlung eines anteiligen Pflegegeldes, wenn der ambulante Pflegedienst den Betrag für die Pflegesachleistung nicht vollständig aufgebraucht hat.

Mit dem Pflegegrad 2 bis 5 haben Pflegebedürftige einen Anspruch auf Pflegegeld und Pflegesachleistung. Das Verhältnis kann im Voraus bestimmt werden, was Vorteile mit sich bringt, da das anteilige Pflegegeld dann monatlich vorab von der Pflegeversicherung ausgezahlt werden kann. Außerdem binden sich Pflegebedürftige nur für die Dauer von sechs Monaten an diese Festlegung.pflegeversicherungsgesetz

Das Pflegeversicherungsgesetz mit der darin enthaltenen Kombinationspflege enthält viele Vorteile für Pflegegebedürftige. Betroffene und ihre Angehörigen haben Rechte wissen meist nicht ausreichend über Möglichkeiten und Änderungen Bescheid. Es lohnt sich stets über neue Gesetzesänderungen informiert zu sein.