• Die Pflege zuhause - im Überblick

Pflege zuhause – Möglichkeiten der Pflege und Betreuung

Pflege zuhause

Eine Pflege zuhause wünschen sich die meisten Pflegebedürftigen. Durch Zuschüsse der Pflegekassen ist das oftmals möglich. Wir zeigen Ihnen, welche verschiedenen Möglichkeiten es gibt, um in den eigenen vier Wänden anstatt im Altenheim gepflegt zu werden.

Pflege zuhause: Ambulante Pflege

Pflegebedürftige Versicherte haben nach §37 SGB XI Anspruch auf eine “Pflege zuhause” durch Pflegekräfte – die sogenannte ambulante Pflege. Diese deckt die Grundpflege und die hauswirtschaftliche Versorgung durch Geldleistung oder ambulante Pflegesachleistung ab.

Die Höhe der Geldleistung ist dabei vom jeweiligen Pflegegrad abhängig. Die fünf Pflegegrade sind am 1.1.2017 im Rahmen des zweiten Pflegestärkungsgesetzes in Kraft getreten und haben die vorherige Einordnung in sieben Pflegestufen abgelöst. Der Pflegegrad orientiert sich am Grad der Selbstständigkeit und an den Fähigkeiten eines Pflegebedürftigen.

Dem Pflegebedürftigen stehen verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung, um die ambulante Pflege zu nutzen. Wir stellen im Folgenden einige Möglichkeiten anhand von Beispielen vor.

Fall 1: Pflege zuhause - Das Pflegegeld

Der 89-jährige Vater wird vom MDK als pflegebedürftig eingestuft und entscheidet sich im Rahmen des Anspruchs der ambulanten Pflege für die so genannte Pflegesachleistung anstatt für das Pflegegeld. In diesem Fall übernimmt die Pflegekasse durch vertraglich gebundenes Pflegepersonal die Pflege zuhause. Die Beantragung der Pflegesachleistungen erfolgt durch den Pflegebedürftigen bei der jeweiligen Pflegekasse. Entsprechend der vorher festgelegten Pflegestufe variiert der monatliche Betrag:

• Pflegegrad 1: bis 125 Euro
• Pflegegrad 2: bis 689 Euro
• Pflegegrad 3: bis 1.298 Euro
• Pflegegrad 4: bis 1.612 Euro
• Pflegegrad 5: bis 1.995 Euro


Pflegegeld und Pflegesachleistung können für die Pflege zuhause generell auch kombiniert werden. Dabei gibt es viele verschiedene Möglichkeiten.

Fall 2 : Pflege zuhause – Die Pflegesachleistung

Ein 89-jähriger Vater wird vom Medizinischen Dienst der Krankenkassen (MDK) als pflegebedürftig eingestuft. Um seine Grundpflege und hauswirtschaftliche Versorgung zu sichern, kann er Pflegegeld für die Pflege zuhause bei seiner Pflegekasse beantragen. Die Höhe des Betrages hängt laut Pflegeversicherungsgesetz §40 Abs. 1 SGB XI von der Höhe des Pflegegrades ab:

• Pflegegrad 1 (vorher Pflegestufe 0-1): kein Anspruch
• Pflegegrad 2 (vorher Pflegestufe 1 mit eingeschränkter Alltagskompetenz – 2) : 316 Euro
• Pflegegrad 3 (vorher Pflegestufe 2): 545 Euro
• Pflegegrad 4 (vorher Pflegestufe 2 mit eingeschränkter Alltagskompetenz – 3): 728 Euro
• Pflegegrad 5 (vorher Pflegestufe 3 Härtefall bzw. mit eingeschränkter Alltagskompetenz): 901 Euro

Somit stehen dem 89-Jährigen etwa bei Pflegegrad 2 monatlich 316 Euro zur Verfügung. Über das Geld kann er frei verfügen und es zum Beispiel der Person auszahlen, die ihn pflegt. Falls die Pflegeperson aufgrund von Krankheit oder Urlaub der Pflege nicht nachkommen kann, kann eine Pflegevertretung für bis zu 28 Tagen pro Kalenderjahr oder ein Betrag von 1.612 Euro in Anspruch genommen werden. Diese Regel tritt jedoch erst ab Pflegegrad 2 in Kraft und wenn die verhinderte Pflegeperson bereits mindestens 6 Monate lang den Pflegebedürftigen häuslich betreut hat.

Fall 3 : Pflege zuhause – Die Pflegehilfsmittel

Jedem Pflegebedürftigen stehen gesetzlich monatlich 40 Euro von der Pflegekasse für Pflegehilfsmittel zum Verbrauch zu, die die Pflege erleichtern oder zur Linderung der Beschwerden des Pflegebedürftigen beitragen. Das können zum Beispiel Einmalhandschuhe, Desinfektionsmittel oder Schutzschürzen sein. Die Hilfsmittel können Sie entweder selbst bei der Pflegekasse beantragen oder bequem mit  PflegeBox zu sich nach Hause liefern lassen.