• Krankenpflege - Hilfe im Krankheitsfall

Krankenpflege – plötzlich notwendig!

Unfälle, Krankheiten, eine Operation – vieles kann dafür sorgen, dass Krankenpflege innerhalb der Familie notwendig wird. Sie werden aber nicht alleine gelassen, denn Krankenpflege durch professionelle Fachkräfte kann Sie auf unzähligen Ebenen entlasten.

Die sogenannte Hilfe zur Pflege ist in Deutschland Teil des Sozialhilfegesetzes und besteht seit Einführung der Pflegeversicherung im Januar 1995 in der heutigen Form. Sowohl Grundpflege, durch Erkrankungen notwendige Behandlungspflege, als auch Unterstützung in hauswirtschaftlichen Aspekten helfen Beschwerden zu lindern oder unterstützen den Heilprozess.

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Voraussetzungen und Inhalte häuslicher Krankenpflege

Bedingt durch die gesetzliche Verankerung besteht ein Anspruch auf häusliche Krankenpflege, welcher aber an gewisse Voraussetzungen gebunden ist.

Situative Voraussetzungen

Krankenpflege kann grundsätzlich bei folgenden Gegebenheiten beantragt werden:

  • Möglichkeit der häuslichen Pflege, um stationären Krankenhausaufenthalt vermeiden oder verkürzen zu können
  • Notwendigkeit häuslicher Pflege, aufgrund nicht ausführbaren stationären Krankenhausaufenthaltes
  • Sicherung einer ärztlichen Behandlung durch häusliche Pflege

In solchen Fällen besteht per Gesetz ein Anspruch, wenn der Patient selbst oder keine anderen Personen im Haushalt etwaige nötige Maßnahmen erbringen können.

Ambulante Pflege umfasst dann:

Grundpflege

Patientenhygiene, Unterstützung bei der Nahrungsaufnahme und bei der Bewegung.

Behandlungspflege

Gabe von Injektionen oder Medikamenten, sowie Wechsel von Verbänden, Anziehen von Kompressionskleidung und weitere erkrankungsspezifische Leistungen.

Hauswirtschaftsunterstützung

Reinigungsarbeiten, Nahrungszubereitung, Nahrungsmitteleinkäufe und etwaige weitere Alltagsaufgaben.

Festgestellt wird der Bedarf vom behandelnden Arzt, welcher anschließend die Pflege verordnet. Sie gehört zu den Leistungen gesetzlicher Krankenkassen und wird über die Versicherung abgedeckt, muss aber vor Beginn der Pflegeleistung bei der entsprechenden Krankenkasse beantragt und dort genehmigt werden. Für den Patienten fallen dann lediglich zehn Euro pro ärztlicher Verordnung an, sowie 10% aller Kosten innerhalb der ersten 28 Tage des Jahres. Diese Zuzahlungen gelten nicht, wenn häusliche Krankenpflege aufgrund von Schwangerschaft notwendig ist.

Im Unterschied zur Altenpflege ist die ambulante Krankenpflege keine Leistung der Pflegeversicherungen, sondern der Krankenkassen. Altenpflege ist aufgrund von degenerativen Erkrankungen wie Demenz oder nachhaltiger körperlicher Schwächen dauerhaft und langfristig angelegt, Krankenpflege ist häufig lediglich temporär notwendig in der Hoffnung, dass der Patient in absehbarer Zeit dank des Heilprozesses wieder selbst für sich sorgen kann.

Wann ist Krankenpflege im eigenen Haushalt sinnvoll ?

Krankenpflege kann insofern eine enorme Entlastung für die gesamte Familie darstellen, wenn sie hilft, einen unerwünschten Krankenhausaufenthalt zu vermeiden und ein heimisches Umfeld sinniger ist, als stationäre Behandlung. Dies ist vor allem der Fall, wenn

  • kein akutes Risiko durch die Erkrankung besteht und
  • lediglich mittelfristigere, niedrigintensive Behandlung nötig ist.

Das heimische Umfeld ist somit dem Wohlbefinden deutlich zuträglicher und es werden Kosten durch stationäre Unterbringung vermieden. Außerdem sind Krankenhausplätze für Patienten mit stärkerem Behandlungsbedarf frei. Im Falle von täglicher, intensivster Pflegebedürftigkeit und Behandlung durch einen Arzt und dem Erfordernis eines steten Monitorings von Risikofaktoren, ist das Krankenhaus nach wie vor allerdings die sicherere Wahl und eine häusliche Pflege macht weniger Sinn.

Angehörige können – je nach Pflegebedürftigkeit die Pflege übernehmen und Verhinderungspflege beantragen

Verhinderungspflege bedeutet, dass Angehörige durch Krankheit oder Urlaub eine Ersatzkraft zur Pflege benötigen und die Krankenkasse Kosten übernimmt.

Bei Kurzzeitpflege, also der zeitlich begrenzten Notwendigkeit einer stationären Unterbringung, besteht ebenfalls die Möglichkeit der Kostenübernahme.